Aufnahmevoraussetzungen in die priv Krankenversicherung

6. August 2010
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Die privaten Krankenversicherungen machen die Mitgliedschaft vom Geschlecht, Alter, Einkommen, Beruf und dem Gesundheitszustand des zu Versicherten abhängig. Nach diesen Kriterien errechnet sich dann auch der zu zahlende Versicherungsbeitrag. So zahlen Frauen einen höheren Beitrag, da sie ja statistisch eine höhere Lebenserwartung als Männer haben. Personen mit gefährlichen Berufen werden ebenfalls höher eingestuft, da hier das Risiko besteht, das sie eher krank werden.
Gesundheitsnachweis zur Aufnahme in die PKV
Viele private Krankenversicherungen verlangen vor Vertragsabschluss einen Gesundheitsnachweis. Sollten in diesem Gesundheitsnachweis falsche Angaben gemacht werden, oder wichtige Erkrankungen nicht angegeben werden, so kann der private Krankenversicherer die Aufnahme in die priv Krankenversicherung ablehnen, oder spätere Leistungen verweigern.
Der Gesundheitsnachweis kann grundsätzlich von jedem Allgemeinmediziner oder Internisten erstellt werden. Allerdings sind die privaten Krankenversicherer auch berechtigt, einen Arzt ihrer Wahl mit der Untersuchung zu beauftragen.
Mitglied in einer privaten Krankenversicherung können alle die Personen werden, für die keine Versicherungspflicht bei den gesetzlichen Krankenkassen besteht. Das sind in erster Linie Selbstständige, Beamte, Freiberufler und diejenigen Arbeitnehmer, welche die Einkommens- höchstgrenze seit mehr als 3 Jahren hintereinander überschritten haben. Diese Versicherungshöchstgrenze liegt momentan bei einem monatlichen Einkommen von mehr als 4012,40 Eu Bei Arbeitnehmern, die privat versichert sind, trägt der Arbeitgeber – genau wie bei den gesetzliche Versicherten – einen Teil der Kosten mit. Das kann bis zu 50% sein, allerdings nur bis zur Höchstgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung.
Selbständige und Freiberufler werden unabhängig von der Höhe ihres Einkommens versichert.
Natürlich kann auch ein gesetzlich Versicherter in die private Krankenkasse wechseln. Das rechnet sich besonders bei gut verdienenden Singles und kinderlosen Ehepaaren. In diesen Fällen kann eine private Krankenkasse günstiger sein, als die gesetzliche.
Standarttarife der Privaten Krankenversicherungen
Alle privaten Krankenversicherungen müssen einen Basis – oder Standarttarif anbieten. Dieser Tarif ist dem Leistungsspektrum der Gesetzlichen Krankenkassen ähnlich. In diesen Standarttarif können alle privat Krankenversicherten wechseln, die das 65. Lebensjahr erreicht haben, und mindestens 10 Jahre privatversichert waren. Die Beiträge in diesen Standarttarifen richten sich an die Höchstgrenze der gesetzlichen Versicherungen. Je mehr Beitragsjahre der Versicherte aufweisen kann, je günstiger wird für ihn der Versicherungsbeitrag.
Altersrückstellung in der Privaten Krankenversicherung
Ein großer Vorteil in der privaten Krankenversicherung ist die Altersrückstellung. Hierbei wird ein Teil der eingezahlten Beiträge zurückgelegt, damit auch im Alter der Versicherungsschutz gegeben ist, wenn sich die Krankheitskosten erhöhen.
Wenn der Versicherte das 65. Lebensjahr erreicht hat, wird diese Altersrückstellung vollkommen verrechnet. Das heißt, der Versicherte bekommt einen Altersbonus. Alle 5 Jahre bekommt er dann eine weitere Vergütung.
Leider ist zurzeit diese Altersrückstellung nicht auf andere Versicherungen übertragbar und verfällt beim Wechsel zu einer anderen Krankenkasse. Somit sollte man über einen Wechsel der Krankenkasse frühzeitig nachdenken, um die Verluste möglichst gering zu halten. Dann wird es möglich sein, die Altersrücklagen bei einem Wechsel der Privaten Krankenkasse mitzunehmen, allerdings nur in Höhe des Basistarifs. Das ist die Summe, welche die gesetzliche Krankenversicherung kosten würde.
Ebenso sollte man sich vor Abschluss einer privaten Versicherung über die Höhe der jeweiligen Altersrückstellungen erkundigen, da die Summen bei den einzelnen Versicherungen sehr unterschiedlich sind.
Beitragsstabilität
Da das Risiko im Alter krank zu werden, ja nicht gering ist, ist die Hauptzielgruppe der privaten Versicherungen natürlich das junge, gesunde Klientel. Diesen Neukunden werden dann sehr günstige Tarife angeboten um sie an die Versicherung zu binden. Da diese günstigen Tarife oft nicht gehalten werden können, sollte sich der Neukunde genau erkundigen, wie viele unterschiedliche Tarife es bei der Versicherung gibt und wie oft die Versicherung neue Tarife auferlegt hat. Bei der Wahl der Versicherung ist ein Unternehmen mit der Rechtsform “Versicherung auf Gegenseitigkeit” einer Aktiengesellschaft vorzuziehen, da die “Versicherung auf Gegenseitigkeit” ihre Gewinne nur an die Versicherten selbst ausbezahlt.
Beitragsrückerstattung
Ein weiterer Vorteil der privaten Krankenkassen ist die Beitragsrückerstattung. Hierbei werden den Versicherten ein Teil ihrer eingezahlten Beiträge zurückerstattet, wenn sie Leistungen über einen vorher festgelegten Zeitraum nicht in Anspruch genommen haben. Die Form der Rückerstattung ist bei allen Versicherungen unterschiedlich. Sie kann als Einmalzahlung erfolgen. In diesem Fall bekommt der Versicherte nach einem vorher festgelegten Zeitraum eine bestimmte Summe ausgezahlt. Die andere Möglichkeit ist, dass die Versicherung die Beiträge des Versicherten für einen gewissen Zeitraum senkt.
Private Krankenversicherungen und neue Behandlungsmethoden
Bei neuen Therapien, Untersuchungen, Behandlungsmethoden, bei denen wissenschaftlich und medizinisch noch nicht bewiesen ist, dass sie auch wirken, müssen die gesetzlichen Krankenkassen aufgeben. Diese Leistungen werden dort nicht übernommen.
Bei den privaten Krankenversicherungen sieht es anders aus. Viele neue Methoden werden übernommen und sind im Leistungskatalog der Versicherungen aufgenommen. Das gilt z.B. für Alternative Heilmethoden und deren Medikamente.
Da das Leistungsspektrum jeder privaten Krankenkasse unterschiedlich ist, sollte man sich erkundigen und nachfragen. Die meisten Privaten Krankenkassen stehen aber neuen Methoden sehr aufgeschlossen und offen gegenüber, so dass sie diese meistens auch bewilligen.

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